Vanilla
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Forever Vanilla

Vanille-Düfte haben ein Herz im Sturm erobert: Statt grün, aromatisch, würzig und unisex sehne ich mich gerade nach warmer, wohliger, kuscheliger, femininer Vanille. Zu verdanken habe ich das wohl dem super anstrengenden letzten halben Jahr, und dem letzten Urlaub, während dem wir ein Sonnenschutz-Spray mit Vanille-Duft verwendeten.

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L’amour fou: Annick Goutals Grand Amour

Annick-Goutal-Grand-Amour

Annick Goutal gehört zu meinen allerliebsten Parfümherstellerinnen. Ihre Parfüms haben Charakter, sind alles andere als gewohnt, schaffen es aber dabei nicht zu sehr auszubrechen und tragbar zu bleiben, eben typisch französisch!

Geschichten, die die Entstehung des Parfüms beleuchten, oder die Komposition des Parfüms mit anschaulichen Bildern erzählen, gehören zu jedem von Annick Goutals Parfüms: Die Geschichte von Grand Amour beginnt 1996 als Wunsch einen Duft für sich selbst zu erschaffen, der von der ganz großen Liebe erzählt.

So wählte Annick Goutal strahlend schöne Lilien, ausdauernde Hyazinthen, leidenschaftliche Rosen und immergrüne Heckenkirschen, die sie in eine balsamisch-betörende Basisnote bettet. Man könnte meinen die Blumennote im Kopf des Dufts stehe für die immer wiederkehrenden leichten, unbeschwerten Augenblicke, welche die große Liebe bereit hält, während der Fond aus Amber, Myrrhe, Moschus und Vanille, den süßen Pathos symbolisiert.

Wenn ich Grand Amour heute trage, muss ich immer an meine große Liebe denken, die mir zum Valentinstag dieses Jahres ein langes Wochenende in Paris schenkte, wo ich Grand Amour von Annick Goutal für mich entdeckte.

Meine-liebsten-Parfüms
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La Touche: Was für mich ein gutes Parfüm ist

Meine-liebsten-ParfümsImmer wieder werde ich von Duftwolken erschlagen. Zuletzt geschehen bei edler französischer Küche. Die fruchtig-florale Note des Parfüms verteilte sich dank überwältigender Sillage (ein Parfüm mit guter Sillage hinterlässt eine Art Duft-Schleier) schnell im Raum und statt der Ziegenkäse-Mango-Chutney-Komposition schmeckte ich nur noch das fruchtige Escada Ibiza Nights. Was ich im öffentlichen Nahverkehr noch gerade so ertragen kann, erwies sich im Restaurant als wahrer Übergriff auf meine Geruchs- und Geschmacksnerven.

Häufig entscheidet die Haupt-Duftnote, also fruchtig, floral, orientalisch, aquatisch oder aromatisch, darüber, ob man einem Parfüm zugetan ist oder nicht. Nach meinem Restaurant-Erlebnis begann ich auch der Sillage des Parfüms Beachtung zu schenken, ebenso der Angemessenheit in der jeweiligen Situation. Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass sie einen eigenen Charakter haben und nicht beliebig wirken. Jede Duftgruppe birgt für mich seine eigenen Herausforderungen: Florale Düfte sind mir oft zu ätherisch, zu sehr “mein Kopf steckt in den Wolken”, statt eine gewisse Standfestigkeit und Erdverbundenheit auszudrücken. Orientalische Düfte sind mir teilweise zu grob und zu aufdringlich, ihnen fehlt die Leichtigkeit, das Mädchenhafte. Fruchtige Düfte sind mir meist viel zu süß und zu jung, es sei denn es handelt sich um Mandarinen- und Zitrusnoten, wobei ich diese Noten eher in die Kategorie Aromatisch einordnen würde. Düfte, die vorwiegend auf aquatischen Noten basieren, sind mir oft zu beliebig und charakterlos. Ihr seht – ich bin nicht einfach zufrieden zu stellen…

Um Fehlkäufen vorzubeugen, setze ich bei aromatischen Düften meist auf französische Parfümhersteller und bestimmte Serien, wie Guerlains Aqua Allegoria, die übrigens auch eine online Parfümberatung anbieten, und Hermes Unisex-Serie, da ihre Düfte oft einen sehr speziellen aromatischen, leicht herben Charakter haben. Florale Düfte mit der gewissen Erdverbundenheit finde ich oft bei Jo Malone, die ihren floralen Kompositionen herbe Kräuter hinzufügt, um ihnen nicht nur Schärfe und Frische zu verleihen, sondern auch dem floralen Charakter einen festen Halt zu geben. Bei Chanel bin  ich etwas vorsichtiger, denn meist gefallen mir nur die floral-grünen Kompositionen, da sie frischer und weniger beliebig sind.

Mein Tipp für Duft der unverwechselbar, aber bezahlbar ist: Nicht bei den Neuheiten allgegenwärtiger Marken stöbern, sondern bei älteren Parfüms, die bereits vor ein paar Jahren auf den Markt gekommen sind. Wenn sich ein Duft selbst noch nach 10 bis 20 Jahren auf dem hart umkämpften Parfüm-Markt halten konnte, wird er mit Sicherheit wohl komponiert sein. Und es wird wahrscheinlich kein Hype um den bereits vor Jahren lancierten Duft entstehen, der dazu führen könnte ihn zu häufig anzutreffen. Gute Anhaltspunkte und Reviews zu einzelnen Parfüms findet man bei Boisdejasmin.com und Fragrantica.com.

Auf dem Foto sind abgebildet (von links nach rechts): Tom Ford Violet Blond (sinnlich floral mit leicht ledrigen Holzakkord), Aqua Allegoria Herba Fresca von Guerlain (aromatisch mit Minze), Hermés Eau Claire de Merveilleis (aquatisch mit mosig-feuchten, aber sonnendurchtränkten Akzenten), Eau de Pamplemousse Rose von Hermes (aromatisch-sinnlich mit zitronigen Akkorden und Rose), Annick Goutal Nuit Etoile (aromotisch-würzig mit Pinien und Zitronen), Un Jardin Après la Mousson von Hermes (floral-sinnlich mit würzig-aromatischen Elementen und einem Hauch fruchtiger Melone), Chanel Cristalle au Verte (floral-grün) und Chanel Poudre (ebenfalls floral-grün).