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La Touche: Ein Plädoyer für Rouge-Farbexperimete

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Für-mehr-Rouge-im-LebenFoundation war in den 80er Jahren so stark pigmentiert und deckend, dass man dem geschminkten Gesicht seine Züge zwangsläufig mit Rouge wiedergeben musste, wenn man nicht wie eine flache Scheibe aussehen mochte, berichtet Tom Pecheaux in how to spend it. Neue Technologien, Grunge, Heroin Chic und das Verlangen nach ungeschminkt wirkenden, „dreckigen“ Model-Gesichtern brachten in den 90er Jahren eine neue Spezies an  Foundations hervor, die wesentlich transparenter und lichtdurchlässiger war – Rouge wurde somit überflüssig, denn es wurde weder zum herausarbeiten benötigt, noch um Frische zu verleihen. Es bekam fast schon einen faden, tantigen Beigeschmack, als wolle man sich hervortun. Als in den 2000er Jahren die Smokey Eyes kombiniert mit Nude Lips dominierten, griffen endlich einige wieder zu Rouge in zarten hautfarbenen Apricot- und Brauntönen, um dem Gesicht einen Hauch Frische zu verleihen.

Beim heutigen Healthy Chic, der durch Tommy Hilfiger, Michael Kors, Chloe und Jil Sander geprägt wurde und der nach Jugendlichkeit, Gesundheit und Feinheit strebt, spielt Rouge nun endlich wieder eine große Rolle: Die Foundations sind zwar nach wie vor darauf aus möglichst naürlich und ungeschminkt zu wirken, so dass Rouge nicht zu Exkavation-Zwecken eingesetzt werden muss, aber Rouge hat sich ebenfalls zu einer recht transparenten, hauchzarten Angelegenheit weiterentwickelt.

Meine Liebe zu Rouge veränderte sich in den letzten Jahrzehnten zwar nicht, aber meine Farbauswahl veränderte sich stark. Während ich früher zu bräunlichen Nuancen griff und höchstens Rosenholz verwendete, eine typisch deutsche Rouge-Nuance in Rosé-Braun, setze ich heute auf Apricot, Rosa und Pink. Allesamt Farben, die ich früher nie angerührt hätte. Natürlich liegt dies unter anderem an den verbesserten Farbpigmenten und Texturen, die solche Nuancen heute viel leichter tragbar machen und ihnen das Clownesque komplett genommen haben, und an meiner Haarfarbe, die über die Jahre nachgedunkelt ist und mir mehr Farbfreiräume lässt als helles Blond. Zum großen Teil liegt es aber an einer neuen Experimentierfreudigkeit gepaart mit einem Verlangen nach Frische, deren Ergebnisse entweder überraschend überzeugen oder mit einem Waschlappenstrich verschwinden.

Meine erprobten und geliebten Favoriten lauten:

Estee-Lauder-Peach-Passion-ReviewEstee Lauder Pure Color Blush in Peach Passion, ein mattes, softes Apricot, dass mit fast unsichtbaren Schimmer versetzt ist, um es matt, aber lebendig wirken zu lassen

Clarins-Miami-PinkClarins Puder-Rouge Blush Prodige in Miami Pink, ein zartes, frisches Rosé-Pink, das weniger matt, dabei aber  lichreflektierender ist als Estee Lauders Produkt, und sich auch auf ungepuderte Geischter makellos aufbringen lässt

Mac-Rouge-in-Pink-SwoonMac Sheertone Powder Blush in Pink Swoon, ein kräftiges, klares Pink, dass durch den Zusatz von transparenten Pigmenten tragbar wird und für den ultimativen Frische-Kick bei meinen Abend-Make-ups zuständig ist

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